Thrasops jacksoni
 


Thrasops, Schwarze Baumschlangen, Black Tree Snakes
 
                                  

Der Kopf dieser schlanken blitzschnellen Baumschlange setzt sich nur wenig vom Hals ab. Die Schuppen von Jungtieren sind dunkelgelb bis orange gebändert welches mit dem Wachstum in ein dreifarbiges Muster von schwarzen, gelben und blaugrünen Tönen übergeht, wobei sich die grünen Schuppen in schwarze und die gelben in grün umfärben. Erwachsene Tiere sind fast einfarbig schwarz gefärbt.  Thrasops jacksonii ähnelt der schwarzen Variante von Dispholidus typus sehr. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Augenfarbe. Die Augenfarbe von Dispholidus typus ist hellbraun und weist eine horizontale Pupille auf während die großen Augen von Thrasops jacksonii schwarze runde Pupillen aufweisen. 

Größe: Kann laut Literatur bis zu 2,45 m groß werden. Die durchschnittliche Größe liegt bei 1,80 m.

Verbreitungsgebiete: Tansania westlich Victoria Nyanza, West Kenya, West-Uganda, Ruanda, Zentral Kongo-Kinshasa und im westlichen Kasai-Becken, Zentral Afrikanische Republik, Nordwestliches Sambia.

Lebensweise: Die Tiere sind überwiegend Baumbewohnend (tropische Regen und Bergwälder) und tagaktiv. Sie kommen in Höhenlagen von 600 - 2.400 Metern vor.

Futter in der freien Natur: Echsen, Frösche, Vögel, Ratten, Mäuse und Schlangen.

Futter im Terrarium: Mäuse, kleine Ratten, Küken

Fortpflanzungsweise: Ovipar

Gelegegröße: ca. 10 Eier

Verhalten: Die Tiere weisen ein sehr stürmisches Verhalten auf. Wenn sie erregt sind blähen sie ihren Hals auf und flachen diesen vertikal ab um größer und bedrohlicher zu erscheinen.

     Haltung: Wegen ihrer Größe benötigen die Tiere ein sehr geräumiges Terrarium 1,0 x 0,5 x 1,0 (L x B x H) umgerechnet auf die Gesamtgröße des Tieres. Einzelhaltung ist zu bevorzugen da diese Tiere teilweise kannibalistische Neigungen haben. Es sollten zahlreiche Kletteräste ein großes Wassergefäß und eine robuste Bepflanzung mit echten Pflanzen oder Kunstpflanzen vorhanden sein. Als Bodengrund eignet sich z.B. TerraBark. Die Tagestemperaturen laut Literatur sollten 25-30 Grad und Nachts 20-25 Grad betragen. Beleuchtungszeit 10-12 Stunden. Es wird 1 bis 2 mal täglich mäßig mit warmem Wasser gesprüht.
 

    

0.1 Jungtier im Alter von 6 Monaten, die Schuppen schimmern irisierend

Wir pflegen 1.1 Thrasops jacksonii Deutsche NZ. 2003 (v. B. König) von Uganda Hochlandtieren. Die Aufzucht fand in getrennten  Becken statt. Vom Wesen her ist das Männchen sehr stürmisch und das Weibchen eher ruhig wenn Arbeiten im Terrarium gemacht werden. Beim heraus fangen der Tiere aus dem Terrarium muss ruhig und umsichtig vorgegangen werden, da die Tiere blitzschnell sind und mit unwahrscheinlicher Geschwindigkeit durch die Äste stürmen. Wenn man die Tiere in die Hand nimmt, blasen sie zwar ihren Hals auf, öffnen leicht das Maul und drohen, beruhigen sich aber dann auch schnell. Unsere beiden Tiere zeigen mit zunehmendem Alter kein aggressives Verhalten mehr, werden aber trotzdem mit entsprechender Vorsicht gehändelt. Nehmen die Tiere eine Bewegung vor dem Terrarium wahr, wird aufgeregt mit dem Kopf hin und her gezuckt was wohl mit besserem räumlichem sehen zu tun hat. Nimmt man eine gehäutete Brille der Tiere und sieht hindurch, so wirkt sie wie ein Vergrößerungsglas wenn man damit z.B. auf etwas geschriebenes schaut.

   1.0 Jungtier im Alter von 10 Monaten noch in der Umfärbungsphase
   0.1 komplett umgefärbt im Alter von ca. 12 Monaten

Unsere Jungtiere fraßen von Anfang an wöchentlich 2 nestjunge Mäuse. Ab einem Alter von ca. 6 - 7 Monaten wurde dann wöchentlich mit nackten Ratten gefüttert, welche ebenfalls problemlos angenommen wurden. Im Alter von 9 Monaten, fraßen die Tiere auch frisch geschlüpfte Wachtelküken und Springer Mäuse. Gehen die Temperaturen z.B. im Sommer auf über 30°C, werden die kühleren Regionen im Terrarium aufgesucht. Tags über (Winter) werden unsere Tiere bei 27°C - 28°C und in der Nacht bei ca. 18°C - 20°C Raumtemperatur gehalten. Die Verdauungsphase nach dem Füttern der Tiere ist in der gleichen Zeit abgeschlossen, wie im Sommer bei Temperaturen tagsüber von bis zu 30°C und nächtlichen Temperaturen von 23°C - 24°C. Temperaturen die über 30°C im oberen Bereich des Terrariums hinausgehen, können zum Auswürgen des Futters führen da sich die Tiere hauptsächlich in den oberen Ästen aufhalten. Eine kühlere Haltung bis höchstens 28°C im oberen Bereich des Terrariums am Tag bevorzugen wir deshalb. Unsere Tiere akzeptieren als Futter lebende Mäuse und Frostfutter wobei die Fütterung mit Frostfutter von uns bevorzugt wird. 

    Erwischt !!! Endlich hat eines der Tiere den Kopf für ein Kopfportrait stillgehalten. Sonst wird immer mit dem Kopf hin und her gezuckt sobald sich das Objektiv der Kamera etwas bewegt. 

Klima Uganda

In Uganda gibt es das modifizierte äquatoriale Klima, das in den Regionen rund um den Victoriasee herrscht. Das äquatoriale Klima wird durch den Victoriasee beeinflusst, dadurch ist der größte Teil der Zentralregion davon betroffen.

Ein tropisches Klima herrscht im größten Teil Ugandas. Dieses Klima wird durch zwei Hauptregenzeiten (große Regenzeit im  März - Mai, eine kleine Regenzeit im Oktober - Dezember) bestimmt. Es herrscht ein tropisches Klima, das durch die Höhenlagen gemildert wird. Die Durchschnittlichen Temperaturen liegen zwischen 21°C und 28 °C tagsüber und können manchmal auch bis 35°C steigen. Während der Regenzeit kann es besonders nachts recht kalt werden. Im Hochland können die Temperaturen bis auf 10°C abfallen.

Es gibt auch eine Halbwüste und diese ist die kleinste Klimazone Ugandas. Sie befindet sich im Norden (Karamoja Gegend) an der Grenze zum Sudan.

Durchschnittliche monatliche Temperaturen (Tag/Nacht) und Niederschlagsmengen in mm (Uganda)

Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
28°C  (T) 28°C 28°C 26°C 26°C 25°C 25°C 25°C 26°C 26°C 26°C 26°C
17°C (N) 17°C 19°C 19°C 19°C 18°C 16°C 16°C 16°C 17°C 18°C 19°C
90 mm 75 mm 130 mm 280 mm 255 mm 90 mm 50 mm 90 mm 80 mm 100 mm 150 mm 125 mm

 

      Thrasops jacksonii wird bei www.toxinfo.org (Schwarze Baumschlange; Thrasops sp.) bei den ungiftigen Arten aufgeführt. 

Mehr über Thrasops gibt es auf der Seite von Dr. B. G. Fry  www.venomdoc.com herauszufinden.

 

 

Bissvorfall mit Thrasops jacksonii

Der Besitzer der Elterntiere unserer Nachzuchten wollte sein Männchen aus dem Terrarium nehmen um es in ein anderes umzusetzen. Das Tier erwartete wohl gefüttert zu werden. Ein kleiner Moment nur und das Tier hatte seinen Mittelfinger gefangen und fing sofort mit kauenden Bewegungen an den Finger bis zu seinem Ende zu verschlingen und kam dann natürlich dort angekommen nicht weiter. Da die Schlange den Mittelfinger trotz seiner Bemühungen ihren Biss zu lösen nicht loslassen wollte setzte er sich mit dem Tier hin und wartete darauf, dass es aufgibt. Nun ja, nach immerhin einer halben Stunde hatte das Tier seinen Irrtum wohl erkannt und ließ den Finger endlich los. Die Zähne des Tieres hatten natürlich einige Spuren am Finger hinterlassen. Andere Auswirkungen (wie z.B. ein anschwellen, Verfärbung oder Entzündung der Bissstellen) zeigten sich nicht und heilten innerhalb 2 Wochen vollständig ab.

© Eddy´s & Biggi´s Drymarchon-Seite 2002-2012